Das Leben in Arabba ist geprägt von den Dolomiten
Damals und heute sind die Berge Chance und Herausforderung
Wer Arabba sagt, muss auch Dolomiten sagen. Die kleine Fraktion der Gemeinde Livinallongo del Col di Lana in der Provinz Belluno ist umgeben von den majestätischen “bleichen Bergen”, die seit 2009 auch UNESCO Weltnaturerbe sind. Wer so nahe an den Bergen lebt, lernt deren Vorzüge zu nutzen und mit den Gefahren zu leben.
Wir zeichnen nach, auf welche Weise die Belluneser Dolomiten unser Leben im Laufe der Zeit verändert und beeinflusst haben.
Lebensgrundlage: Land- und Viehwirtschaft
Bis vor wenigen Jahrzehnten war der Großteil der Bevölkerung in den Dolomitenregionen in der Landwirtschaft tätig. Nichtsdestotrotz war die Bewirtschaftung der Felder in erster Linie auf den Eigengebrauch, nicht auf den Verkauf, ausgerichtet. Auf den hohen Lagen und teilweise steilen Feldern gediehen Getreide und Kartoffeln, Gemüse und Kräuter, jedoch vergleichsweise wenige Obstsorten. Wichtiger war die Viehwirtschaft: Rinder, Schafe und Ziegen liefern Fleisch- und Milchprodukte. Im Sommer grasen sie, auch heute noch, auf den weiten Almwiesen am Fuße der Berge. Die Arbeit der Bauern war hart und stark von Wetter und Naturgefahren abhängig. Sie steht in starkem Kontrast zur heutigen Nutzung der Berge und zu einer oft romantisierten Sicht auf die Vergangenheit.
Kultur: Legenden, Handwerk und Volksfeste
In den Tälern der Dolomiten, die lange Zeit aufgrund der geographischen Barrieren verhältnismäßig wenig Kontakt nach außen hatten, hat sich eine charakteristische Kultur herausgebildet. Nicht nur hat sich in den Belluneser Dolomiten die alte Ladinische Sprache erhalten, die aus der Vermischung des Vulgärlateinischen mit lokalen Sprachen entstanden ist, sondern die Ladinische Bevölkerung hat einen reichen Schatz an einzigartigen Traditionen hervorgebracht, so zum Beispiel Tracht, Handwerk, allen voran Holzschnitzerei, Stickerei und Steinhandwerk, Volksfeste, Musik und Gesang, sowie Sagen und Legenden, in denen die Dolomiten bekanntlich eine große Rolle spielen. Sie alle haben ihren Ursprung in der traditionellen Lebensweise der ortsansässigen Bevölkerung und sind heute ein wichtiger Identitäts- und Wirtschaftsfaktor.
Erster Weltkrieg: Die Front in Fels und Eis
Auch die Dolomiten wurden nicht vom Großen Krieg verschont. Zwischen 1915 und 1918 verlief die Front zwischen Österreich-Ungarn und Italien geradewegs durch die Berge: Eine besonders schwierige Ausgangslage für die Kämpfenden. So mussten alle Geräte und Proviant mühsam durch Maultiere, Träger oder später durch erste Seilbahnen in die Höhe gebracht werden. Die Stellungen waren oft nur unter größten Strapazen und Entbehrungen zu halten, und häufig forderten Naturgefahren und schlechte Lebensbedingungen mehr Opfer als die Kampfhandlungen selbst. Doch auch die Bevölkerung im Tal blieb davon nicht unberührt: Viele wurden evakuiert oder vertrieben, und wer bleiben durfte, wurde oft zu Abgaben verpflichtet oder zu Arbeit gezwungen.
Tourismus: Segen und Herausforderung
Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte die gesamte Alpenregion einen regelrechten Tourismusboom. Mehr Menschen konnten sich das Reisen jetzt leisten und erste Unternehmer wagten den Schritt und investierten in touristische Infrastruktur. Mittlerweile hat die Gastfreundschaft in Arabba in den Dolomiten eine lange Tradition – unser Dorf ist sogar eines der beliebtesten Ziele für Ferien in den Dolomiten. Das liegt einerseits an der wunderschönen Natur und der alpinen Idylle, die sich hier recht unverändert erhalten hat, andererseits an den modernen und gepflegten Anlagen wie Skiliften, Klettersteigen und Wanderwegen. Mit der Anzahl der Gäste steigen auch die Bemühungen, das Weltnaturerbe für zukünftige Generationen zu bewahren. Nachhaltigkeit und sanfter Tourismus rücken immer stärker in den Vordergrund.
Bergsport: Fitness und Natur in Einklang
Wer die Natur liebt, in Form bleiben will oder beides zugleich, ist in den Belluneser Dolomiten richtig! Zwischen Tal, Wäldern, Almen, Hochgebirge und Gletscher finden Gäste und Einheimische heute perfekte Bedingungen und moderne Infrastruktur für fast jede erdenkliche Sportart vor. Im Sommer teilen sich Wanderer, Kletterer und Mountainbiker die Wege, während im Winter eine große Auswahl an Pisten, Loipen, Ski- und Schneeschuhtouren Aktive nach draußen lockt. Die meisten Sportarten verbinden dabei körperliche Stärkung mit Naturerlebnis und Entspannung, und auch der soziale Aspekt spielt eine Rolle, denn zum Rasten trifft man sich im geselligen Ambiente rustikaler Hütten.
Nichtsdestotrotz gebührt dem Berg nach wie vor Respekt: Die korrekte Ausrüstung, eine vorausschauende Tourenplanung und gegenseitiger Respekt sind Voraussetzungen für einen sicheren und gelungenen Tag in den Ferien in den Dolomiten.
Wer heute Arabba in den Dolomiten besucht, erlebt die Berge meist von ihrer schönsten Seite: Naturgenuss, Aktiverlebnis, authentische Kultur und ausgezeichnete Gastronomie. Doch wer möchte, kann noch einige Spuren der Vergangenheit entdecken, wie die Schützengräben aus dem Ersten Weltkrieg, urige Sennhütten oder eine Vielzahl von spannenden Artefakten in den Museen der Region.
Interessiert? Dann fragen Sie gleich Ihre Ferien in Arabba in den Dolomiten an!